Deutsches Bündnis gegen Depression

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Depression und Migration
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Depression und Migration


Kulturelle Unterschiede im Erleben von Depressionen können dazu führen, dass die Erkrankung bei Migranten spät oder gar nicht diagnostiziert wird. Zudem besteht häufig eine sprachliche Hürde (Fach-)ärzte oder Psychotherapeuten aufzusuchen und es gibt wenige muttersprachliche Hilfsangebote im psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich. Folge sind eine geringere Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und ein Versorgungsdefizit betroffener Migranten. Zugleich sind Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund des Migrationsprozesses aber einer Reihe von Belastungsfaktoren ausgesetzt, die eine Depression begünstigen können, wie z.B. Verlust sozialer und materieller Ressourcen oder die Konfrontation mit der fremden Sprache und Kultur. Das Berliner und das Nürnberger Bündnis bieten daher spezielle Veranstaltungen zum Thema Depression und Migration an mit dem Ziel einer verbesserten Information, Aufklärung und Versorgung ausländischer Mitbürger.


Übersicht

Hintergrund
Depression und Migration - Schwerpunkt des Berliner Bündnisses gegen Depression
"Depression bei Ausländern" - Informationskampagne des Nürnberger Bündnisses
Bündnismaterial und Ansprechpartner zum Thema Depression und Migration
Aktuelle Veranstaltungen zum Thema

***


Hintergrund

Untersuchungen aus Deutschland zeigen eine - zum Teil erheblich - niedrigere Inanspruchnahme psychiatrischer Einrichtungen durch Migranten im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung. Auf struktureller Seite besteht für viele Migranten die Schwierigkeit, muttersprachliche Hilfsangebote im psychiatrischen oder psychotherapeutischen Bereich zu finden. Verzögerte Inanspruchnahme von Hilfseinrichtungen kann zudem in Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes oder des aufenthaltsrechtlichen Status sein. Der Mangel an entsprechenden Anlaufstellen führt dazu, dass psychische Erkrankungen häufig nicht von "Fachleuten" behandelt werden und ein Defizit in der Versorgung u.a. depressiver Erkrankungen für Migranten besteht. Zudem gibt es kulturelle Unterschiede im Verständnis von Krankheiten: z.B. in der Wahrnehmung, in der Symptomatik und im Umgang mit Depression: Es ist die gleiche Krankheit, aber das Erscheinungsbild ist unterschiedlich: Während die einen über Antriebslosigkeit und innere Leere klagen, äußert sich die Depression bei anderen in Form von körperlichen Schmerzen. Dass hinter körperlichen Beschwerden psychische Ursachen stecken, ist für viele aufgrund eines anderen Krankheitsverständnisses oft eine neue Erfahrung. Ebenso neu kann es sein, außerhalb der Familie über seelische Probleme zu sprechen, psychische Erkrankungen sind häufig noch stark tabuisiert. 
Es besteht demnach Bedarf an Material zur Aufklärung über Depressionen in verschiedenen Sprachen, aber auch ein Netzwerk muttersprachlicher (Haus-)ärzte und Therapeuten, die Betroffene behandeln können. 

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Depression und Migration - Schwerpunkt des Berliner Bündnisses gegen Depression

Da türkischstämmige Bewohner den größten Anteil nichtdeutscher Gruppen in Berlin bilden, hat das "Berliner Bündnis gegen Depression" seinen Schwerpunkt zunächst auf diese Personengruppe gelegt und jene Bezirke in den Mittelpunkt der lokalen Aktivitäten gestellt, die einen hohen Anteil an türkischen Bewohnern aufweisen. Durch Bereitstellung muttersprachlicher Information (man beschränkte sich bei der Erstellung der Informationsmaterialien nicht alleine auf die inhaltliche Übersetzung, sondern bezog den kulturellen Kontext der türkischen Bevölkerung mit ein), die gezielte Ansprache türkischer Einrichtungen (z.B. der Arbeitskreis türkischsprachiger PsychotherapeutInnen in Berlin) und Gemeinden sowie Fortbildungsmaßnahmen für türkisch sprechende Hausärzte, sollen Menschen entsprechender Herkunft besser erreicht werden. In weiteren Schritten werden entsprechende Maßnahmen für Menschen russischer, polnischer, arabischer und serbokroatischer Herkunft bereitgestellt. Ziel ist es, durch Aufklärung und Vernetzung sowohl strukturelle Hindernisse der Depressionsversorgung bei Migranten gezielt zu beseitigen als auch Vorurteile gegenüber psychiatrischen Behandlungen aufzubrechen.   

Die Intervention auf mehreren Ebenen in Berlin soll die Versorgung depressiv Erkrankter umfassend, einschließlich aller Mitbürger mit Migrationshintergrund, verbessern:

  • Erweiterung des Wissens über die Krankheit in der Bevölkerung
  • Beitrag zur Früh-Erkennung
  • Gesundheitsförderung und Suizidprävention
  • Enttabuisierung, Entängstigung
  • Steigerung der Zahl von Betroffenen, die einer suffizienten Therapie zugeführt werden
  • Schließung einer Versorgungslücke
  • Durch gezieltes Aufsuchen bessere Erreichbarkeit von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund

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"Depression bei Ausländern" - Informationskampagne des Nürnberger Bündnisses gegen Depression

"In Nürnberg und Fürth gibt es je einen türkisch sprechenden Psychotherapeuten" berichtet Aynur Kir-Sorgin, Sozialpädagogin in der Psychiatrie im Klinikum Nürnberg. Dort werden auch zahlreiche ausländische Patienten stationär betreut. "Wir wissen oft nicht, an wen wir unsere türkischen Patienten nach der Klinikentlassung überweisen sollen".

Das Nürnberger Bündnis hat sich im Jahr 2006 ebenfalls entschlossen die türkische Bevölkerung als neue Zielgruppe der Aktivitäten zu wählen und eine Informationskampagne "Depression bei Ausländern" gestartet. "Damit wollen wir Ärzte und andere professionelle Helfer darüber informieren, wie sie Depressionen bei Ausländern besser erkennen können und welche Ansprechpartner es in der Region gibt." sagt Evelyn Kretzschmar vom Nürnberger Bündnis gegen Depression. "Zudem wollen wir die Krankheit, ihre Ursachen sowie Therapiemöglichkeiten unter der türkischen Bevölkerung bekannter machen".

In Nürnberg werde Veranstaltungen auf mehreren Ebenen durchgeführt:

  • Fortbildungen zum Thema Depression für Mitarbeiter, die in ihrer Einrichtung Kontakt zu türkisch-sprechenden Menschen haben, z.B. Berater aus Migrationsberatungsstellen.
  • Fortbildungen für (Fach-)Ärzte und Multiplikatoren im psychiatrischen und psychosozialen Versorgunssystem mit dem Schwerpunkt kulturspezifischer Aspekte der Depression.
  • Informationsmaterial und Vörträge in türkischer Sprache zur Krankheit Depression für Angehörige, Betroffene und interessierte Laien.
  • Förderung von Betroffenen- oder Angehörigengruppen auf türkisch

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Bündnismaterial und Ansprechpartner zum Thema Depression und Migration

Inzwischen liegen Informationsbroschüren in fünf Sprachen vor. Zudem gibt es Fortbildungsmaterialien in türkischer Sprache. Sie können das Material unter www.berlinerbuendnisgegendepression.de unter der Rubrik Informationsmaterial anfordern.



Artikel zum Thema

Die Klagsamkeit ist kulturell bedingt (Die Tageszeitung, 2006)

Wenn Ayses Herz zu eng wird (Berliner Zeitung, 2005)

Links und Literatur zum Thema Depression und Migration:

www.aktpt.de/ Hier finden Sie u.a. Adressen für türkischsprachige Psychotherapie und Beratung nach Namen und Postleitzahl sortiert.

www.kinderaerzte-lippe.de/MigrationLinks.htm Hier finden Sie Gesundheitswegweiser für Migrantinnen und Migranten, sowie mehrsprachiges Informationsmaterial und zahlreiche Artikel zum Thema Migration und Gesundheit.


Für Betroffene und Experten:

Laabdallaoui, M. & Rüschoff, S.I.: Ratgeber für Muslime bei psychischen und psychosozialen Krisen. Rat!schlag.
Der Ratgeber soll praktizierenden Mislimen Wege und Möglichkeiten aufzeigen, die vorhandenen Angebote psychosozialer Beratung und Therapieunter Wahrung der religiösen Vorschriften zu nutzen.

Koch, E. : Psychologie und Pathologie der Migration, Deutsch-türkische Perspektiven. Lambertus.
Dieses Buch enthält eine Auswahl eine Auswahl der Beiträge vom ersten Türkisch-Deutschen Psychiatriekongress, der vom 16.-22.04.1994 in Antalya stattfand. 

 

Aktuelle Veranstaltungen

 

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